Tobi das Überraschungspaket aus dem Tierschutz

Ein Hund aus dem Tierschutz – so hat Tobi seinen Weg zu uns gefunden

Auf der Straße werden wir hin und wieder darauf angesprochen, von welchem Züchter wir Tobi haben. Viele schauen dann ungläubig, wenn wir ihnen erzählen, dass Tobi aus dem Tierschutz kommt! „Wer gibt so einen braven und schönen Hund ab?!“. Darüber wissen wir selbst kaum etwas. Aber wir konnten zurückverfolgen, dass er ursprünglich von einem Züchter kommt. Angeblich hat er bei seinen ersten Besitzern im Sommer auf einem Gartenfleck und im Winter im Keller gewohnt. In diesem Blogbeitrag erzählen wir wie Tobi zu uns gefunden hat.

Enttäuschung

Mit dem Gedanken, einen Hund zu nehmen hatten wir schon lange gespielt. Hier könnt ihr nachlesen, wie wir letztendlich herausgefunden haben, welcher Hund zu uns passen könnte und ob es überhaupt möglich ist mit Hund in einer großen Stadt zu leben. Uns war von Anfang an klar, dass wir einen Hund aus dem Tierschutz adoptieren möchten und einen jungen erwachsenen Hund wollen – keinen Welpen! Wir haben uns schließlich bei einem lokalen Tierheim gemeldet und uns als Pflegestelle – mit Möglichkeit auf Adoption – vorgestellt. Kurz darauf suchte ein Labrador-Rüde ein neues Zuhause. Wir wurden unter drei anderen Bewerbern als Pflegestelle ausgewählt und haben uns irrsinnig gefreut! Alles war vorbereitet doch kurz bevor wir den Hund abholen konnten, hat sich der Besitzer dazu entschieden, den Rüden doch zu behalten. In Anbetracht dessen, dass der Besitzer einen Zwinger im Garten für den Rüden bauen wollte, war die Enttäuschung doppelt so groß! Die zuständige Dame des Tierheims meinte aber, sie meldet sich, wenn wieder ein passender Hund für uns einen Platz sucht.

 


Überraschung

Danach sind zwei Monate vergangen und genau einen Tag vor unseren Semesterferien bekamen wir die Nachricht, dass ein zwei Jahre alter Golden Retriever Rüde vorübergehend eine Pflegestelle braucht bis er neue Besitzer gefunden hat. Wir haben sofort zugesagt und uns sehr gefreut, diesen Hund kennenzulernen! Dieser Hund könnte vielleicht unser eigener werden – die Vorfreude und Neugier war riesig!  Falls es doch nicht für immer passen sollte, haben wir ihm das Tierheim erspart und helfen ihm einen guten Platz zu finden. Alles was wir wussten war, dass nicht viel mit gemacht wurde und er nicht im Haus leben durfte. Deshalb hatten wir mit einem etwas dicken und zotteligen Golden Retriever gerechnet. Überraschung! Da stieg dann ein großer und viel zu dünner Hund aus dem Auto. Tobi war freundlich, ängstlich und hatte ganze 4 kg weniger als heute!

Tobi dürfte gelernt haben, dass er nicht ins Haus darf, denn er hatte unglaubliche Angst vor jedem Türrahmen. Als wir ihn minutenlang mit Futter durch die Wohnungstür gelockt haben, konnte man ihm ansehen, dass er so gerne reinkommen würde aber sich einfach nicht traut. Er kannte keine Stiegen, hatte Angst vor verschiedenen Untergründen, dem Halsband und der Leine. Wir mussten ihn mindestens eine Woche lang, wenn nicht sogar zwei, zu jedem Spaziergang über die Stiegen tragen. Für Tobi war vieles komplett fremd! Er hat uns am Anfang nie in die Augen gesehen oder draußen Futter / Leckerlis angenommen.  Die ersten Wochen (und Monate um ehrlich zu sein) waren wirklich sehr anstrengend und viel Arbeit. Trotzdem war für uns nach wenigen Tagen schon klar, dass wir Tobi behalten wollen ♥

 

Happy End

Wollten wir immer schon so einen großen Hund? Nein, ein mittelgroße Retrievermischling oder eine kleine Hündin war so unser Größen-Ideal! Wollten wir einen langhaarigen Hund? Eigentlich auch nicht! Und generell haben uns dunklere Hunde immer besser gefallen als Blondinen 😀  Das war natürlich alles vergessen, sobald Tobi bei uns war – sein gutmütiges Wesen und seine Gesundheit waren am Wichtigsten! Natürlich finden wir Tobi als Besitzer richtig super – aber er hat wirklich einen einzigartigen, unaufdringlichen Charme. Mit diesem Charme hat er unsere Herzen im Sturm erobert und so wickelt er auch heute noch viele unserer Freunde und sogar fremde Menschen auf der Straße gekonnt um die Pfote!

Vielleicht ändert sich noch etwas, aber momentan können wir sagen, dass wir richtige Golden Retriever Fans geworden sind und unser nächster Hund bestimmt auch einer werden soll! Obwohl wir nach dem Vorfall mit dem Labrador Rüden etwas traurig waren, sind wir heute sehr froh darüber, dass alles genau so gekommen ist!

„Die Menschen suchen nicht ihren Hund aus, sondern der Hund seine Menschen“ – sollte das wirklich stimmen, sind wir sehr dankbar, dass Tobi uns ausgewählt hat. Ein Leben ohne ihn können wir uns gar nicht mehr vorstellen!

Wie seid ihr zu eurem Hund gekommen?

Habt ihr euren Hund beim Züchter ausgesucht oder habt ihr auch ein Überraschungspaket aus dem Tierschutz zuhause? 😛

6 Kommentare bei „Tobi das Überraschungspaket aus dem Tierschutz“

  1. Was für eine Geschichte! Tobi kann sich glücklich schätzen dass er euch hat! Wir haben unsern Dackelmix auch aus dem Tierschutz, er war aber nicht einmal ein jahr alt als wir ihn zu uns genommen haben.

    1. Hallo Lisa,
      schön dass du deinen Hund auch aus dem Tierschutz hast! Habt ihr euren Vierbeiner im Tierheim ausgesucht?

      Lg Laura und Felix

  2. Helen, Angussy und Betsy sagt: Antworten

    Viel Glück mit Eurem Tobi, ein ganz Süsser ist das!

    Ich habe zwei Scotties. Als ich vor 7,5 Jahren in den Ruhestand kam war für mich klar – ich wollte mein Leben mit einem Hund teilen. Es musste ein ganz Gemütllicher sein, da ich ja auch nur älter und langsamer werde 🙂
    Schon in jungen Jahren hatte mich der Scottish Terrier fasziniert, so machte ich mich hinter die Bücher.
    Das schien zu passen, etwas träge, je nach je und stur, seeeeehr eigenwillig und lustig.
    Passte zu mir 😀
    Mit einem guten Freund gings nach Deutschland, da in der Schweiz kein Züchter schwarze Scotties hatte. Aus zwei Würfen habe ich „Sir Angus“ ausgesucht (der Einzigartige, der Auserwählte) Als er zehn Wochen war holten wir ihn ab und er sass (oder schlief) die ganze
    Fahrt auf meinem Schoss.
    Die Welpenzeit war seeehr anstrengend hihi, alle zwei Stunden raus auch nachts, aber nach zwei Wochen konnte er bereits ohne Pipi durchschlafen, von 23:00 – 6:00
    Wir suchten zusammen nach kleinen Spielkameraden und fanden eigentlich kein kleines
    Hundi zum Spielen, also holten wir zum 1. Geburtstag von Angussy sein „Brüderchen“
    „Sir Kincaid“ ( Battlechief) genannt Betsy! Als er klein war nannte ich ihn Bebetsy und Betsy ist nun geblieben.
    Die Welpenzeit war noch stressiger, wollte Angussy doch immer sehen wo sein Brüderchen war!!!
    Nun sind die beiden 6 und 7 Jahre alt und einfach meine süssen Buben.
    Nichts in der Welt könnte uns trennen und wir alle drei sind froh, dass wir zusammen sind.

    Bitte keine Kommentare weil sie nicht aus dem Tierschutz kommen.
    Wären alle Menschen verantwortungsvoll und hätten ein Herz, würden keine Tiere im Tierschutz landen.

    Meine Tochter arbeitet seit 4 Jahren in der Tierrettung, hat im Moment 8 Hunde und sieben Katzen in Betreuung. Die Katzen behält sie alle und fünf Hunde will sie auch behalten.
    (Grosses Haus, riesiger Umschwung)

    Ich wünsche allen Tierhaltern ganz viel Glück und Gesundheit für Tier und Mensch.

    1. Hallo Helen, danke dass du deine Geschichte mit uns teilst! 🙂
      Wir haben uns bewusst dazu entschieden, die Welpenzeit zu „überspringen“ 😀 das wäre sich mit unserem Rhythmus leider nicht ausgegangen! Aber irgendwann soll auch bei uns mal ein Welpe einziehen damit wir auch diese Erfahrung erleben werden!

      Alles Gute weiterhin mit deinen Begleitern 🙂

  3. Hallo, euer Blog ist toll und vor allem dieser Beitrag ist so wichtig… Ich habe meine süße Mischlings Hündin auch vor 5 Jahren über ein Tierschutzprojekt bekommen und ich sehe es genau wie ihr: Man hat dadurch, dass der Hund bei einem in Plfege ist, die Möglichkeit, ihn kennenzulernen und zu sehen, ob er zum eigenen Lebensrhythmus passt und man sich gut versteht.
    Liebe Grüße aus Oberösterreich
    Alina mit Luna

    1. Liebe Alina, danke für deinen netten Kommentar! Wir wünschen Luna und dir alles Gute 🙂

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