Notfall Magendrehung beim Hund – Symptome erkennen

Die Magendrehung des Hundes ist unter Hundebesitzern weit bekannt und gefürchtet. Bei diesem medizinischen Notfall spielt der Zeitfaktor eine große Rolle. Kennt ihr die Symptome einer Magendrehung und würdet sie bei eurem Hund erkennen? Wir erklären euch, wie die Magendrehung entsteht, wie ihr sie erkennt und wie sie medizinisch behandelt wird. Die Magendrehung beim Hund wird auch Magendrehungskomplex genannt, weil es nicht nur zu einer Drehung sondern auch Dehnung des Magens kommt. Es gibt keine alleinige Ursache für diese Erkrankung und sie verläuft ohne rechtzeitig Therapie durch einen Tierarzt tödlich. Es handelt sich also um einen absoluten medizinischen Notfall!

 

Risiko und Ursache

Zur Entstehung einer Magendrehung kommt es durch die Wechselwirkung vieler verschiedenerer Ursachen und Faktoren. Zur Risikogruppe zählen vor allem Riesenrassen und große Hunde mit tiefer Brust, wie Doggen,  Deutsche Schäferhunde, Boxer, etc. Zusätzlich spielen Fressverhalten, Aktivität nach der Futteraufnahme, Erkrankungen des Magen-Darmtrakts und Stress eine Rolle. Ältere Hunde Hunde ab 5 Jahren sind eher gefährdet als jüngere Hunde.

Viele Autoren beschreiben, dass der Magen sich zuerst ausdehnt und dann dreht. Das muss aber nicht immer in dieser Reihenfolge stattfinden. Eine akute Dehnung des Magens entsteht durch eine gestörte Magenentleerung. Gründe für solche Entleerungsstörungen sind vor allem große Ansammlungen von Gas und Flüssigkeit zum Beispiel durch die Aufnahme großer Futtermengen und dem Abschlucken von Luft, Gasbildung durch Fermentationsprozesse von Bakterien oder Hindernisse im Darm (zB Knochen oder andere Fremdkörper). Durch große Gas- und Flüssigkeitsansammlungen steigt der Druck im Magen an und er dehnt sich aus. Durch die starke Ausdehnung und Drehung des Magens kann der Inhalt weder über die Speiseröhre erbrochen, noch weiter in den Darm transportiert werden. Weiters werden Blutgefäße abgeschnürt und der Körper kann nicht mehr adäquat mit Blut versorgt werden. Dadurch kommt der Hund in einen Schock.

 

Symptome

Vielen Besitzern fällt zuerst auf, dass ihre Hunde unruhig sind. Der Hund wechselt oft seine Position, krümmt seinen Rücken auf und trägt den Kopf tief. Erkrankte Hunde hecheln und speicheln sehr stark. Sie versuchen zu erbrechen, schaffen es durch den zugeschnürten Magen jedoch nicht. Sie können lediglich Schaum hervorwürgen.  Der Bauchumfang des Hundes nimmt stark zu und mit fortschreitender Zeit wird er immer schwächer. Die Maulschleimhaut sieht sehr blass aus und die Pfoten und Ohren können sich kühl anfühlen, weil sie wegen dem vorhandenen Schockzustand nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt werden. Weitere Symptome kann der Tierarzt bei der Erstuntersuchung feststellen.

 

Symptome einer Magendrehung – was jetzt?

Wie bereits mehrfach erwähnt handelt es sich bei einer Magendrehung um einen absoluten Notfall. Hunde können ohne rechtzeitige tierärztliche Behandlung an den Folgen der Erkrankung sterben. Leider gibt es keine Möglichkeit, dem Hund in Form von Erster Hilfe zu helfen. Daher müssen betroffene Hunde so schnell wie möglich zum Tierarzt gebracht werden! Trotz der lebensbedrohlichen Situation des Hundes sollte man jeden zusätzlichen Stress vermeiden. 

 

Das wichtigste auf einen Blick

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Operation und Komplikationsrate

Der Verdacht einer Magendrehung ergibt sich aus dem Vorbericht und der klinische Untersuchung des Tierarztes. Die Sicherung der Diagnose mittels Röntgenbildern kann erst nach einer Stabilisierung des Hundes stattfinden. Handelt es sich um eine reine Aufgasung des Magens ohne Drehung, kann der Tierarzt mit verschiedenen Techniken versuchen, das Gas abzulassen. Ist der Hund erstversorgt und der Magen eindeutig gedreht, muss eine Operation durchgeführt werden. Ziel der OP ist es, die Vitalität des Magens zu erhalten, den Magen zu entleeren und seine Lage zu korrigieren. Um eine wiederholte Drehung des Magens zu verhindern wird eine Gastropexie durchgeführt. Bei dieser Technik wird die Magenwand mit der Bauchwand vernäht. Ein Hund mit Magendrehung ist ein Intensivpatient und wird auch noch einige Tage nach der Operation stationär überwacht. 

Eine Studie hat gezeigt, dass die Sterberate von erkrankten und operierten Hunden nicht von der Operationstechnik des Chirurgen abhängt, sondern enorm steigt, sobald bereits Areale der Magenwand abgestorben sind. Dies verdeutlicht noch einmal mehr, dass jede Minute vom Erkennen der Symptome bis zur medizinischen Versorgung des Hundes zählt! 

Prophylaxe

Die Entstehung einer Magendrehung ist komplex, auch nüchterne Hunde können eine Magendrehung entwickeln. Es ist schwierig, klare Prophylaxemaßnahmen zu formulieren, trotzdem ist es empfehlenswert den Hund mehrmals täglich zu füttern. Einmalige, große Futterrationen und Bewegung nach der Fütterung sind zu vermeiden. Für Hunde, die sehr hastig fressen, gibt es auch einige Tipps oder spezielle Futternäpfe um das Abschlucken von großen Luftmengen zu vermeiden. 

 

*Auf Anfrage geben wir gerne unsere Quellen bekannt

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